Die Seemannstaufe, eine der bekanntesten und traditionsreichsten Bräuche im Zusammenhang mit der maritimen Ausbildung in Piran, wurde in das Register des immateriellen Kulturerbes der Republik Slowenien aufgenommen. Die Gemeinde Piran begrüßt die Anerkennung dieser Tradition, die seit fast acht Jahrzehnten die Identität des Ortes wesentlich mitprägt und Generationen von Schülern, Seeleuten und die lokale Gemeinschaft miteinander verbindet.
Die Seemanns- bzw. Neptuntaufe ist ein traditioneller Brauch zur Aufnahme einer neuen Schülergeneration am Gymnasium, an der Elektrotechnik- und Seefahrtschule Piran. Die mehrtägige Veranstaltung umfasst einen Umzug, einen Eid und die Taufe, mit der die Schüler der ersten Jahrgänge symbolisch unter den Schutz des Meeresgottes Neptun treten und Teil der schulischen und maritimen Gemeinschaft werden. Traditionell findet die Veranstaltung Anfang September in Piran und Portorož statt.
Die Anfänge der Seemannstaufe reichen bis ins Jahr 1947 zurück, als in Žusterna bei Koper die Slowenische Handelsmarineakademie ihre Tätigkeit aufnahm. Nach dem Vorbild der Taufe der Bergleute aus Idrija organisierten die damaligen Schüler eine Taufe für angehende Seeleute. Ursprünglich war sie für Schüler der maritimen Fachrichtungen – Nautiker und Schiffsmaschinisten – bestimmt. Mit der Weiterentwicklung der Schule und der Einführung neuer Ausbildungsprogramme wurde die Tradition später auf Schüler aller Fachrichtungen ausgeweitet.
In fast 80 Jahren entwickelte sich die Seemannstaufe von einer spontanen Schülerveranstaltung zu einer bedeutenden und unverwechselbaren lokalen Tradition. Heute geht das zweitägige Programm weit über den schulischen Rahmen hinaus, zieht zahlreiche Besucher an und verbindet Schüler, ihre Familien, ehemalige Seeleute, Einwohner sowie Besucher von Piran und Portorož.
Die Aufnahme in das Register des immateriellen Kulturerbes ist eine wichtige Anerkennung für die Generationen, die die Tradition der Seemannstaufe über Jahrzehnte hinweg bewahrt und weitergegeben haben. Zugleich bestätigt sie die Bedeutung des maritimen Erbes, das untrennbar mit der Geschichte und Identität Pirans verbunden ist.
Das Register des immateriellen Kulturerbes wird vom Kulturministerium geführt. Vorschläge für die Aufnahme werden auf Grundlage eingereichter Initiativen vom Slowenischen Ethnografischen Museum als Koordinator für den Schutz des immateriellen Kulturerbes vorbereitet.

