Piran ist Gastgeber der Feier anlässlich der renommierten Europa-Nostra-Auszeichnung

Das Programm Šola prenove (Schule für Sanierung) wurde mit dem renommierten Europa-Nostra-Preis 2026 ausgezeichnet, einer der höchsten europäischen Auszeichnungen im Bereich des Schutzes und der Erhaltung des Kulturerbes. Dieser außergewöhnliche Erfolg wird im September auch in Piran besonders gewürdigt. Aus diesem Anlass werden erfolgreiche Beispiele für Sanierungen im historischen Stadtzentrum vorgestellt.


Die zentrale Feier findet am 17. September um 12 Uhr im Pastoral- und Kulturzentrum Georgios in Piran statt. Die Gäste werden vom Bürgermeister der Gemeinde Piran, Andrej Korenika, vom kommissarischen Generaldirektor der Direktion für Kulturerbe im Kulturministerium, Viljem Leban, von Vertretern der Partner der Šola prenove sowie von Elena Bianchi, Leiterin des Programms European Heritage Awards, begrüßt. Ergänzt wird das Programm durch Fachvorträge über die Bedeutung der Sanierung und Erhaltung des baulichen Kulturerbes, eine Präsentation der Entwicklung der Šola prenove von 2015 bis heute sowie die Besichtigung bedeutender Sanierungsbeispiele und Kulturerbestätten in Piran. Der Eintritt zur Feier ist frei. Aus organisatorischen Gründen wird jedoch um eine Anmeldung bis zum 14. September 2026 unter info@zgodovinska-mesta.si gebeten.

 

Piran wurde nicht zufällig als Veranstaltungsort gewählt. Die Gemeinde Piran gehört zu den Gründungsmitgliedern des Verbands historischer Städte Sloweniens, der die Šola prenove ins Leben gerufen hat, und verfügt zugleich über eines der am besten erhaltenen historischen Stadtzentren Sloweniens. Nach dem offiziellen Teil besuchen die Teilnehmer die St.-Georgs-Kirche, das Museum und den Glockenturm. Anschließend führt ein Spaziergang durch die Stadt zu ausgewählten sanierten Gebäuden und Räumen.


Šola prenove als europäisches Beispiel guter Praxis

Das Programm Šola prenove wurde in diesem Jahr mit dem Europäischen Kulturerbepreis / Europa-Nostra-Preis in der Kategorie Bildung, Ausbildung und Kompetenzen ausgezeichnet. Die Preise werden von der Europäischen Kommission und Europa Nostra vergeben und durch das EU-Programm Kreatives Europa unterstützt. Im Jahr 2026 wurden 30 Projekte und Einzelpersonen aus 18 europäischen Ländern ausgezeichnet, die aus 261 Bewerbungen aus 40 Ländern ausgewählt wurden.

Die Šola prenove wurde 2015 auf Initiative des Verbands historischer Städte Sloweniens gegründet, um dem Mangel an qualifizierten Fachkräften für die hochwertige Sanierung historischer Gebäude entgegenzuwirken. Heute vereint das Programm den Verband historischer Städte Sloweniens, das Institut für den Schutz des Kulturerbes Sloweniens, die Fakultät für Architektur der Universität Ljubljana sowie die Mittelschule für Bauwesen, Geodäsie und Umweltschutz und das Fachgymnasium Ljubljana.

Den Kern des Programms bilden praxisorientierte Workshops zu traditionellen Bautechniken, darunter Steinmetzarbeiten, die Verwendung von Kalkmörtel und Kalkputz, Trockenmauerbau, Holzkonstruktionen und traditionelle Dachdeckung. Die Workshops finden an Kulturerbestätten in ganz Slowenien statt und werden von Architekten, Konservatoren, Restauratoren, Handwerkern und weiteren Fachleuten geleitet.

Seit Beginn des Programms wurden rund 50 Workshops an 50 Kulturerbestätten durchgeführt, an denen mehr als 1.000 Personen teilgenommen haben. Das Programm bringt Gebäudeeigentümer, Handwerker, Fachleute, Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Studierende, Lehrkräfte und junge Menschen zusammen und fördert damit die Weitergabe traditioneller Kenntnisse und Fertigkeiten an neue Generationen.

Die internationale Jury betonte bei der Preisverleihung, dass die Šola prenove auf einen tatsächlichen Bedarf an qualifizierten Fachkräften für die Restaurierung und Sanierung des Kulturerbes reagiert. Durch die Zusammenarbeit von Institutionen, Fachleuten und lokalen Gemeinschaften stelle das Programm ein Vorbild dar, das ähnliche Projekte auch in anderen Teilen Europas inspirieren könne.


Dritte Europa-Nostra-Auszeichnung für Slowenien

Die Auszeichnung hat für Slowenien eine besondere Bedeutung, denn nach dem Pavillon zur Präsentation der Archäologie in Celje und dem Plečnik-Haus in Ljubljana ist die Šola prenove erst der dritte slowenische Preisträger dieser renommierten europäischen Auszeichnung.

Vertreter der Šola prenove nahmen den Preis bereits am 28. Mai 2026 bei der europäischen Preisverleihung in Nikosia auf Zypern offiziell entgegen. Die Veranstaltung im September in Piran dient dazu, die Auszeichnung der slowenischen Öffentlichkeit, den Partnern und Fachleuten vorzustellen und vor allem die Bedeutung einer hochwertigen Sanierung des baulichen Kulturerbes hervorzuheben.

„Der Europäische Kulturerbepreis / Europa-Nostra-Preis 2026 ist eine Anerkennung für die Arbeit aller, die an der Šola prenove mitwirken, und bestätigt die Bedeutung von Zusammenarbeit, Wissenstransfer und der Einbindung neuer Generationen. Besonders freut uns, dass das Interesse an den Workshops wächst und immer mehr junge Menschen daran teilnehmen“, betonte Mateja Hafner Dolenc, Generalsekretärin des Verbands historischer Städte Sloweniens, anlässlich der Preisverleihung.

Die Feier in Piran wird somit nicht nur eine bedeutende europäische Auszeichnung würdigen, sondern auch Gelegenheit bieten, darüber nachzudenken, wie historische Städte ihr Kulturerbe lebendig erhalten, es mit Bedacht sanieren und in das moderne Leben sowie in die räumliche Entwicklung integrieren können.

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