Meerestiere sind kein Spielzeug: Sommerkampagne für einen respektvolleren Umgang mit dem Meer und seinen Lebewesen

Jeden Sommer besuchen zahlreiche Gäste Slowenisch-Istrien, angezogen vom Meer und den Erlebnissen an der Küste. Organisationen, die sich für den Schutz der Meeresumwelt einsetzen, führen deshalb auch in diesem Jahr die Sensibilisierungskampagne Meerestiere sind kein Spielzeug fort. Sie ermutigt Gäste und Einheimische zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Meeresumwelt und einem respektvollen Verhalten gegenüber ihren Bewohnern. Die Kampagne wird im zweiten Jahr in Folge vom Institut YouSea, Radio Capris und dem Konsortium Povezani za morje durchgeführt. Partner der Kampagne ist auch BAUHAUS Slowenien.


Die zentrale Botschaft der Kampagne ist einfach: Meerestiere und Meerespflanzen sind kein Spielzeug. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass sie in ihre natürliche Umgebung gehören. Deshalb sollten Besucherinnen und Besucher sie nicht aus dem Meer nehmen, unnötig berühren oder mit nach Hause nehmen. Stattdessen sollen Erinnerungen an das Meer in Form von Fotos, Erlebnissen und neuem Wissen bewahrt werden.

Respekt beginnt mit Wissen

Die Kampagne macht auch auf die reiche Artenvielfalt des slowenischen Meeres aufmerksam. Es ist der Lebensraum zahlreicher Arten, darunter Meeresschnecken, Krebse, Kraken, Tintenfische, Seepferdchen, Muscheln, Seegurken, Quallen und Steinkorallen. Die Organisatoren betonen, dass viele Meeresorganismen sehr empfindlich auf menschliche Eingriffe und Störungen reagieren.

Ein besonders häufiges Ziel kindlicher Spiele ist die Seegurke. Obwohl viele Menschen sie für eine Pflanze halten, ist sie in Wirklichkeit ein Tier und einer der wichtigsten „Reiniger“ des Meeresbodens. Bei der Nahrungsaufnahme filtert sie das Sediment und trägt dazu bei, den Meeresboden gesund zu erhalten. Wird sie aus dem Wasser genommen oder mit den Händen gedrückt, verteidigt sie sich, indem sie Wasser ausstößt. Einige Arten geben bei starkem Druck klebrige Fäden ab, die als Abwehrmechanismus dienen. Damit können sie die Bewegung eines Fressfeindes einschränken oder ihn von einem Angriff abhalten. Bei starker Bedrohung können Seegurken sogar einen großen Teil ihrer inneren Organe ausstoßen. Diese dienen dem Fressfeind als leicht erreichbare Beute und lenken ihn lange genug ab, damit die Seegurke fliehen und überleben kann. Obwohl sie die verlorenen Organe mit der Zeit regenerieren kann, bedeutet diese Reaktion erheblichen physiologischen Stress und kostet viel Energie. Seegurken „wissen“ nicht, dass wir nur mit ihnen spielen möchten, sondern nehmen uns als große Bedrohung wahr.

Auch viele andere Bewohner des slowenischen Meeres reagieren sehr empfindlich auf menschliche Eingriffe. Bereits eine Berührung verursacht bei Seepferdchen großen Stress. Seesterne, Seeigel, Quallen und viele Muscheln können leicht verletzt werden. Außerhalb des Wassers oder in einem Eimer mit zu warmem und sauerstoffarmem Wasser können sie sogar sterben. Kraken und Tintenfische verteidigen sich bei Gefahr, indem sie Tinte ausstoßen und fliehen. Dabei werden sie unnötigem Stress ausgesetzt und verlieren Energie. Die auch im slowenischen Meer vorkommende Steinkoralle ist eine seltene, geschützte und gefährdete Art. Da sie sehr langsam wächst, kann bereits die kleinste Berührung dauerhafte Schäden verursachen.

Auch leere Muschel- und Schneckenschalen spielen eine wichtige Rolle, selbst wenn dies nicht sofort erkennbar ist. Obwohl sie verlassen wirken, dienen sie häufig Einsiedlerkrebsen und anderen Organismen als Zuhause. Mit der Zeit zerfallen sie in kleine Teilchen und werden zu einem wichtigen Bestandteil des Meeressediments. Wenn wir sie vom Strand mitnehmen, können wir zahlreichen Meerestieren ihren Unterschlupf nehmen.

Nimm nur Erinnerungen mit

Die Organisatoren der Kampagne betonen, dass sich die Meereswelt auf verantwortungsvolle Weise erleben lässt – durch Beobachtung, Lernen und Respekt vor der natürlichen Umgebung. Besucherinnen und Besucher sollen vor allem Erinnerungen und Fotos mitnehmen und die Meeresorganismen in ihrem natürlichen Lebensraum belassen.

Workshops und Bürgerwissenschaft

Die Kampagne findet nicht nur im Radio statt. Im Juli und August wird sich das Institut YouSea dem mobilen Studio von Radio Capris anschließen, das Strände in allen vier Gemeinden Slowenisch-Istriens besucht. Bei den einzelnen Veranstaltungen werden kostenlose Workshops, kreative Aktivitäten für Kinder sowie Gespräche mit Naturschutzfachleuten, Biologinnen und Biologen und anderen Expertinnen und Experten angeboten.

Ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen Kampagne liegt auf der Bürgerwissenschaft für junge Menschen und der digitalen Bürgerwissenschaftsplattform Povezani za morje (www.zamorje.si). Über die Plattform kann jeder Einzelne zu einem besseren Verständnis des slowenischen Meeres beitragen. Die Teilnehmenden erfahren, wie sie durch die Beobachtung von Meeresorganismen und anderen Erscheinungen sowie durch die Dokumentation ihrer Beobachtungen aktiv Daten sammeln und so zur Erforschung und zum Schutz der Meeresumwelt beitragen können.

Neben den Veranstaltungen an den Stränden wird die Kampagne den ganzen Sommer über auch bei Radio Capris und auf den Online-Kanälen des Instituts YouSea präsent sein. Gemeinsam verbreiten sie die Botschaft, dass der respektvolle Umgang mit der Meereswelt in unser aller Verantwortung liegt.

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