Ich kam ohne besonderen Plan nach Piran. Vielleicht war es nur dieser leise Ruf der Stadt, den wir manchmal überhören, wenn wir durch den Alltag hasten. Kennen Sie das Gefühl, wenn man nur ein paar Stunden Ruhe braucht, um durch enge Gassen zu schlendern und sich dem Ruf der Möwen, dem Rauschen der Wellen gegen die Felsen und den Gesprächen der Einheimischen hinzugeben? Wenn Sie jemals das Bedürfnis verspüren, einfach mal „abzutauchen“, ist Piran der ideale Ort dafür.
Am einfachsten erreichen Sie Piran mit dem Bus, der Sie von Portorož oder Lucija zum Busbahnhof der Stadt bringt. Vom Busbahnhof zum Tartini-Platz können Sie entweder am Meer entlang spazieren oder durch die Gassen der Stadt schlendern – die Entscheidung liegt bei Ihnen.
Pirans Gassen sind voller Leben. Farbenfrohe Fassaden schmaler, hoher Häuser, Fensterbänke voller Blumen und charmante Boutiquen mit handgemachten Souvenirs prägen das Bild. Für mich ist Piran in den frühen Morgenstunden der Sommerzeit am schönsten, wenn sich das Licht langsam seinen Weg durch die Gassen bahnt und verborgene Winkel beleuchtet. Einer dieser Orte ist ein kleiner Park auf halbem Weg zum Tartini-Platz. Besuchen Sie ihn, setzen Sie sich auf eine Bank und lauschen Sie den Klängen der Stadt. Zu Ihrer Linken hören und sehen Sie das Meer, zu Ihrer Rechten die Einheimischen, die ihrem Alltag zwischen den Häusern nachgehen. Mit etwas Glück hören Sie sogar das Vogelgezwitscher in den Baumkronen.
Piran als Wiege der Kunst und der Galerien
Piran war schon immer ein Synonym für Kunst. Damit meine ich nicht nur die Stadtgalerie und die Galerie Herman Pečarič oder die verschiedenen Ex-tempore-Veranstaltungen, sondern auch die reiche Musik- und Kulturgeschichte. Piran ist schließlich die Stadt des Musikvirtuosen Giuseppe Tartini.
Darf ich Ihnen ein Geheimnis verraten?
Lange 120 Jahre lang wusste niemand, dass der venezianische Bildhauer Antonio dal Zotto eine emotionale Widmung an seine verstorbene Frau Ida in den Rand der Bronzevioline eingeritzt hatte. Dies wurde erst 2016 bei einer Restaurierung mithilfe eines 3D-Scans entdeckt. Die Inschrift lautet: „Ida Lessiach Naya dal Zotto – gut, weise, schön, zu Gott gerufen“. Ida hatte den Bildhauer bei der Erschaffung der Statue beraten, starb jedoch vor deren Enthüllung.
Venezianischer Charme und handgemachte Erinnerungen
Spazieren Sie durch die Straße Ulica IX. Korpusa und entdecken Sie die kleinen Läden, die Sie mit wunderschönen handgefertigten Produkten verzaubern werden. Unter anderem finden Sie dort das Geschäft mit handgefertigten Häuschen aus Treibholz von der Künstlerin Nika, bekannt als „Nika’s Tiny House“. Wenn Ihr Herz für Keramik schlägt, werden Sie ebenfalls begeistert sein, denn in Piran gibt es mehrere Ateliers, in denen wunderschöne Stücke aus Ton und Porzellan entstehen.
Erleben Sie Piran wie die Einheimischen
Steigen Sie von der Kirche hinab zur „Punta“, der Landspitze. Und keine Sorge: Auch wenn die Bora Ihre Wangen streichelt, wird Ihr Ausflug nach Piran von der Sonne begleitet sein. Im Sommer bietet die Punta eine bunte Kulisse aus Badetüchern auf den Felsen, Tauchern, die den Meeresgrund erkunden, und dem bunten Treiben von Einheimischen und Touristen.
