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Das Stadtarchiv und die Stadtbibliothek

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Das Stadtarchiv

Ein großer Teil des Zaubers dieser reichen Vergangenheit von Piran ist jedoch auch im Stadtarchiv verborgen. Es war im Jahre 1877, als man in Piran den alten Gemeindepalast abriss und an derselben Stelle einen neuen, den heutigen errichtete. Und in jenem Jahr wurden aus dem Stadtarchiv die älteren, insbesondere mittelalterlichen Archivalien von den neueren, damals entstehenden getrennt.



So kam es, dass die Gemeinde Piran in demselben Jahr ein eigenes Archiv einrichtete, das in diesem Jahr das ehrwürdige 130 Bestandsjubiläum begehen darf.


Archivio Comune
Zunächst war das Archivio civico antico – Altes Stadtarchiv eine Abteilung der Stadtbibliothek. Der erste Betreuer dieses Archivs war Graf Stefano Rota, seit 1891 dann Prof. Domenico Vatta, der es jahrelang erfolgreich geleitet hat. Während das Archiv von Isola 1903 einem Brand zu Opfer gefallen ist und das Archiv von Koper im 2. Weltkrieg nach Italien gebracht wurde, haben wir es dem Lehrer und Bibliothekar in Piran Domenico Petronio zu verdanken, dass das Stadtarchiv von Piran zu Hause geblieben ist – in Piran. Er ließ nämlich damals alle Archivalien unter dem Treppenaufgang des Gemeindepalastes einmauern und rettete so das Archiv für die Stadt. In vergangener Zeit ist das Archiv wiederholt umgezogen bzw. in andere Räume gezogen. Aus dem Gemeindepalast ging es zunächst über die Loggia ins Gerichtsgebäude. In 1954 wurde es dem damaligen Stadtmuseum angegliedert (heute Schifffahrtmuseum – Pomorski muzej), ein Jahr später wurde durch die damalige Gemeindeveraltung das selbstständige Stadtarchiv gegründet. Gemäß einem Beschluss der Gemeindeversammlung von 1974 wurde es dem Regionalarchiv Koper angegliedert, allerdings unter der Bedingung, dass die Archivalien und Ausstattungsstücke in Piran verbleiben müssen. Ein Jahr später zog das Archiv erneut um und zwar in die Räumlichkeiten des Minoritenklosters, wo es bis zum Umzug in die Räume in Župančičeva 4  in Jahre 1995 verblieben ist. Diese zahlreichen Umzüge waren für die Archivalien keineswegs gut, deshalb ist es angezeigt, dass diese Schätze wegen ihrer Kostbarkeit in möglichst geeigneten Räumen aufbewahrt werden.

Schätze des Stadtarchivs von Piran

Die vielfältigen Archivalien von Piran von unschätzbarem Wert gehen in das Jahr 1173 bzw. 1187 (und zwei Abschriften von älteren Urkunden sogar in das Jahr 1036 und 1041) zurück; sie belegen die Vergangenheit von Piran und seinen Einwohnern, von seinem engeren und weiteren Hinterland, auch von einem Großteil von Istrien und zuletzt die Rolle von Piran im europäischen Raum. Das Archiv von Piran bewahrt zahlreiche auf Pergament geschriebene Notarakte, Dukales (Schreiben des Dogen), Testamente, Kodici (Stadtbücher, Vizedombücher, Notarbücher…) usw., die eine sehr reiche Quelle für Historiker, Volkskundler, Kunsthistoriker und Sprachforscher …darstellen. Es ist erwähnenswert, dass das älteste und vollständig erhaltene Stadtstatut aus dem Jahr 1307 stammt. Außer den erwähnten Urkunden gibt es im Archiv noch viele Archivalien aus der venezianischen, französischen, österreichischen, italienischen Zeit und der Nachkriegszeit. Im Archiv aufbewahrt werden auch die Unterlagen verschiedener Firmen, die es nicht mehr gibt (des Bergwerks Sečovlje, der Werft in Piran, der Firma Jadranka Piran…), vieler Schulen, des Gerichts, einiger Familien (Tartini, Gabrielli…), verschiedene Sammlungen, Pläne, Plakate, Fotografien …



Aufgrund dieser reichen Archivalien sind sowohl von einheimischen als auch ausländischen Forschern (aus Italien, Kroatien, Deutschland, der Schweiz, aus Österreich, den Vereinigten Staaten…) viele historische Werke, Abhandlungen, Referate, Diplom- und Seminararbeiten, Doktordissertationen geschrieben worden, es wurden viele interessante Ausstellungen zusammengestellt usw. Angaben aus diesen alten und interessanten Archivalien wurden auch für zahlreiche Dokumentarsendungen im Fernsehen und Hörfunk herangezogen. Und gerade dadurch lebt das ansonsten »tote« Archivmaterial auf und wird der breiteren Öffentlichkeit zugänglich. In einen der beiden Fahnenmasten aus Stein am Eingang zum Tartiniplatz ist ein Satz eingemeißelt, der übersetzt folgendermaßen lautet: “Nach unseren Gebeten wird du sicher bleiben, Boden von Piran”. Heute können wir stolz sagen, dass einen Teil dieses Bodens auch das Archiv von Piran darstellt, auf das unsere Vorfahren stolz waren, wir heute stolz sind und zweifellos auch unsere Nachkommen stolz sein werden, denn das Archiv ist der Personalsausweis der Stadt und ihre Seele.

Die Stadtbibliothek

Oljka

Die Bibliothek der Stadt hat eine lange Tradition. Bereits im 17. Jahrhundert gründete die "Accademia degli Intricati" eine kleine Volksbibliothek. Seither entwickelt sich die Piraner Bibliothek ununterbrochen. Die Stadtbibliothek erhielt ihre heutige Gestalt im Jahr 1956. Dem Leser stehen über 60.000 Bücher in Slowenisch, Italienisch, Englisch, Deutsch und Französisch zur Verfügung. In der Bibliothek gibt es zwar keine Raritäten zu bewundern, wohl aber gibt es eine umfangreiche Sammlung heimatkundlicher Dokumente. Gäste und Besucher können sich einen Leseausweis ausstellen lassen und Bücher in der Stadtbücherei ausleihen.

Župančičeva ulica 4
SI-6330 Piran

T: +386 (0) 5 671 08 70
E: kniznica.piran@guest.arnes.si
www.pir.sik.si

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